
Kohleflözgas (coal bed methane – CBM) entsteht bei der Zersetzung organischen Materials in Kohlevorkommen, die zu tief liegen oder eine zu geringe Qualität haben, um sie kommerziell abzubauen. Obwohl gelegentlich auch in geringen Tiefen gefunden, liegt Kohleflözgas häufig 1.000 bis 2.000 Meter unter der Erde. In diesen Tiefen drückt der Druck des Wassers das Methan an die Oberfläche der Kohle, wo es dann extrahiert werden kann. Gefördert wird es in der Regel mittels vertikaler Bohrungen und weitaus kleineren Fracs als typischerweise bei der Schiefergasproduktion, auch wenn in manchen Gebieten zunehmend auch horizontale Bohrungen zum Einsatz kommen. Ob bei Kohleflözlagerstätten in Deutschland überhaupt eine hydraulische Behandlung erforderlich ist, hängt von den jeweiligen konkreten Lagerstätteneigenschaften ab.
Um das Gas fördern zu können, muss zunächst das Wasser durch Druckabbau aus dem Kohleflöz abfließen. Sobald der Druck fällt, lässt die Wasserproduktion nach und das Gas entweicht in das Bohrloch. Die Zeit, die zur Entwässerung des Vorkommens nötig ist, variiert von Lagerstätte zu Lagerstätte und kann von wenigen Monaten bis zu einigen Jahren reichen. Das bedeutet, dass nicht alle Kohleflözgaslagerstätten wirtschaftlich sinnvoll nutzbar sind.
Die IEA schätzt, dass Kohleflözgas 10% der gesamten Gasproduktion in den USA im Jahr 2008 ausgemacht hat. In Australien waren es 8% und in Kanada 4%. Pilotprojekte im Bereich Kohleflözgas laufen außerdem gegenwärtig in Frankreich und Großbritannien.