Bis ins späte 20. Jahrhundert hielt man die unkonventionelle Gasförderung für unwirtschaftlich, weil spezielle Bohrmethoden notwendig waren, um Zugang zu den Ressourcen zu erhalten und diese fördern zu können. Die kommerzielle Nutzung begann im kleinen Rahmen in den 1980er Jahren, etablierte sich aber erst in den späten 1990er Jahren und zu Beginn des neuen Jahrtausends mit der Kombination von zwei existierenden Technologien – dem horizontalen Bohren und der hydraulischen Behandlung (Hydraulic Fracturing). Es gibt jedoch auch unkonventionelle Lagerstätten, bei denen eine Vertikalbohrung zur Erschließung ausreicht, ebenso wie bestimmte Kohleflözlagerstätten ohne Hydraulic Fracturing genutzt werden können.
Sobald das Bohrloch gebohrt ist – manchmal bis mehr als vier Kilometer tief unter die Oberfläche –, wird eine kleine Flotte von mit Hochdruckpumpen ausgerüsteten Spezial-LKW für den Fracing-Prozess zur Bohrstelle gebracht. Die Pumpen werden benutzt, um die Flüssigkeit zum Aufbrechen des Gesteins (Wasser, Sand und chemische Zusatzstoffe) durch das Bohrloch in die Lagerstätten zu pressen. Dies geschieht mit so hohem Druck, dass im Gestein kleine Risse entstehen, die eine Länge von bis zu 30 Metern erreichen können.
Der Sand in der Flüssigkeit hält die Haarrisse im Gestein offen, damit das Erdgas zum Bohrloch strömen kann.